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# Evaluative qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz
- URL: https://www.rockyourstudium.de/evaluative-qualitative-inhaltsanalyse-kuckartz/
- Published: 2026-08-14T13:56:12.000Z
- Updated: 2026-08-19T10:33:22.000Z
- Description: Die evaluative Variante nach Kuckartz schätzt dein Material auf einer Skala ein. So baust du eine Bewertungskategorie mit ihren Stufen, entscheidest zwischen Fall und Segment und wertest mit Segmentmatrix oder Kreuztabelle aus.
- Author: Patricia Findel
- Tags: Wissenschaftlich arbeiten, #methoden

![](https://vg07.met.vgwort.de/na/a670283c43084acfa02d7459e2d5b11e) 

Du hast dich in die qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz eingearbeitet, dein Kategoriensystem steht, du sortierst dein Material brav nach Themen. Und dann sagt deine Betreuerin: „Nehmen Sie doch die evaluative Variante." Auf einmal geht es nicht mehr ums Sortieren nach Themen. Du sollst dein Material einschätzen. Wie hoch, wie stark, wie ausgeprägt.

Das ist keine neue Methode. Es ist die zweite der drei Kuckartz-Varianten, und sie verlangt von dir eine andere Kopfhaltung.

## Was ist die evaluative qualitative Inhaltsanalyse?

**Die evaluative qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz schätzt Inhalte fallbezogen ein und ordnet sie einer Bewertungsskala mit mehreren Stufen zu. Im Mittelpunkt steht die Einschätzung der Forschenden, nicht die reine Themenfindung.**

Zwei Wörter darin musst du verstehen. **Fallbezogen** heißt: Du fällst dein Urteil pro Fall, also pro Person, pro Interview, nicht über das Material im Ganzen. **Bewertungsskala** heißt: Du legst vorher eine Leiter mit ein paar Stufen fest, zum Beispiel „hoch – mittel – niedrig", und hängst jeden Fall an eine dieser Stufen. Kuckartz und Rädiker sprechen von einer *Bewertungskategorie*, deren Stufen sie *Ausprägungen* nennen (Kuckartz/Rädiker 2024, S. 157).

Der Unterschied zur Grundvariante steckt in der Frage, die du ans Material stellst. Bei der inhaltlich strukturierenden Variante fragst du: Welche Themen kommen vor und was wird dazu gesagt? Hier fragst du: Wie ausgeprägt ist ein Merkmal in diesem Fall? Damit rückt deine Einschätzung ins Zentrum. Das ist der Kern. Genau das macht die Variante anspruchsvoller — und es ist der Grund, warum die Codierenden fachlich wissen müssen, was sie da bewerten.

Wir gehen sie der Reihe nach durch: wann sie passt, ihre sieben Phasen, wie du die Ausprägungen baust, ob du den ganzen Fall oder einzelne Stellen bewertest, und wie du am Ende auswertest.

![Methoden-Steckbrief evaluative qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz: Kernidee Inhalte auf einer Bewertungsskala einschätzen, Bewertung fallbezogen durch die Forschenden, Skala ordinal mit in der Regel mindestens drei Stufen, darunter eine Stufe nicht zu klassifizieren, Ergebnis Segmentmatrix oder Kreuztabelle, zwei unabhängige Codierende empfohlen](https://storage.ghost.io/c/c4/f7/c4f73063-9d2a-42a1-b1f4-474add632430/content/images/2026/08/evaluative-qualitative-inhaltsanalyse-kuckartz-steckbrief.png)

Die evaluative Variante nach Kuckartz auf einen Blick.

Du bist bei Kuckartz ganz neu und weißt nicht, was Kategoriensystem und Codieren überhaupt heißen?

[Qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz einfach erklärtKuckartz denkt die qualitative Inhaltsanalyse anders als Mayring: in Schleifen statt geradeaus, mit drei Varianten und einer Software. So läuft die Methode als Ganzes ab — mit durchgespieltem Beispiel.![](https://storage.ghost.io/c/c4/f7/c4f73063-9d2a-42a1-b1f4-474add632430/content/images/icon/icon-bulb-Kopie-f3c5f2cc-d9dc-4bb7-9090-54838f92821b.png)RockyourStudiumPatricia Findel![](https://storage.ghost.io/c/c4/f7/c4f73063-9d2a-42a1-b1f4-474add632430/content/images/thumbnail/qualitative-inhaltsanalyse-kuckartz-frei-5a6a0e8a-b5a9-4379-b6d1-bb752654d032.png)](https://www.rockyourstudium.de/qualitative-inhaltsanalyse-kuckartz/)

Der Grundlagen-Beitrag geht die qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz als Ganzes durch — Ablaufmodell, Kategorien bilden, codieren und die grundlegende, inhaltlich strukturierende Variante mit durchgespieltem Beispiel.

## Wann passt die evaluative Variante?

Die Entscheidung fällt an deiner Forschungsfrage. Frag dich das zuerst. Willst du wissen, **was** die Befragten sagen, oder **wie stark** etwas bei ihnen ausgeprägt ist? Das ist die eigentliche Wasserscheide zwischen den beiden Grundvarianten.

Ein Beispiel macht es greifbar. Fragst du „Welche Gründe nennen Studierende fürs Aufschieben?", sortierst du Themen — das ist die inhaltlich strukturierende Variante. Fragst du dagegen „Wie stark ausgeprägt ist die Prüfungsangst bei den Befragten?", dann vergibst du Einschätzungen auf einer Skala. Das ist der Boden der evaluativen Variante. Sie passt, wenn deine Frage nach einem **Ausmaß** verlangt und du dein Material dafür auf eine Skala mit geordneten Stufen legen willst (S. 157).

Es gibt einen zweiten Anlass. Wenn du deine Fälle später zu Typen gruppieren willst, liefern die Bewertungskategorien die Merkmale dafür. Die evaluative Variante ist dann der Unterbau für eine Typenbildung, und dass eine Typenbildung auf einer der anderen Varianten aufsetzt, hält Kuckartz selbst fest (S. 104). Für deine Entscheidung reicht: Sobald ein Ausmaß im Spiel ist, schaust du dir diese Variante genau an.

Zwei Grundvarianten · zwei Fragen ans Material

##### Themen beschreiben (strukturierend)

- Frage ans Material: Welche Themen kommen vor und was wird dazu gesagt?
- Das Material wird nach Themen sortiert.
- Ergebnis ist eine Themenmatrix.
- Beispiel: „Welche Gründe fürs Aufschieben nennen die Befragten?"

##### Auf einer Skala bewerten (evaluativ)

- Frage ans Material: Wie stark ist ein Merkmal in diesem Fall ausgeprägt?
- Jeder Fall wird einer Stufe einer Bewertungsskala zugeordnet (S. 157).
- Ergebnis ist eine Verteilung der Fälle über die Ausprägungen.
- Beispiel: „Wie ausgeprägt ist die Prüfungsangst bei den Befragten?"

Noch nicht sicher, ob eine Inhaltsanalyse überhaupt zu deiner Fragestellung passt?

[Übersicht über die wichtigsten qualitativen ForschungsmethodenDeine Bachelorarbeit steht an – du willst/musst jetzt forschen – weißt aber gar nicht so genau, was es neben Experteninterview und Beobachtung noch so gibt? Dann wird dir hier geholfen.![](https://storage.ghost.io/c/c4/f7/c4f73063-9d2a-42a1-b1f4-474add632430/content/images/icon/icon-bulb-Kopie-3cf54578-6e64-4886-9bd5-c08b05fb08d7.png)RockyourStudiumPatricia Findel![](https://storage.ghost.io/c/c4/f7/c4f73063-9d2a-42a1-b1f4-474add632430/content/images/thumbnail/qualitativeforschungsmethoden-frei-321dfdf8-dcd1-49e0-9277-bc25c6cce45e.png)](https://www.rockyourstudium.de/qualitativeforschungsmethoden/)

Der Überblick stellt die qualitativen Auswertungsmethoden nebeneinander — damit du die zu deiner Fragestellung passende findest, bevor du dich auf eine Variante festlegst.

## Die sieben Phasen der evaluativen Analyse

Kuckartz legt die Variante in sieben Phasen an, und wie beim ganzen Kuckartz-Ansatz laufen sie im Kreis statt wie eine Treppe: In der Mitte deine Forschungsfrage, drumherum die Phasen, und du darfst zurückspringen, wenn eine spätere Phase zeigt, dass eine frühere nachgebessert werden muss (S. 159).

Eine Besonderheit steckt gleich im Ablauf. Hast du mehr als eine Bewertungskategorie (etwa „Prüfungsangst" und „Lernmotivation"), dann durchläufst du die Phasen 2 bis 5 für jede Kategorie noch einmal von vorn (S. 159, 167). Jede Bewertungskategorie bekommt ihren eigenen Durchgang.

![Kreisdiagramm der sieben Phasen der evaluativen qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker, zirkulär um die Forschungsfrage im Zentrum: initiierende Textarbeit, Bewertungskategorie(n) festlegen, relevante Textstellen codieren, Ausprägungen entwickeln, alle Fälle bewerten, einfache und komplexe Analysen, Ergebnisse verschriftlichen; die Phasen zwei bis fünf werden je Bewertungskategorie erneut durchlaufen](https://storage.ghost.io/c/c4/f7/c4f73063-9d2a-42a1-b1f4-474add632430/content/images/2026/08/evaluative-qualitative-inhaltsanalyse-kuckartz-phasen.png)

Die sieben Phasen laufen im Kreis um die Forschungsfrage; die Phasen 2 bis 5 werden je Bewertungskategorie erneut durchlaufen (Kuckartz/Rädiker 2024, S. 159, 167).

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Die Methode im Original

Die sieben Phasen, die Bewertungskategorien mit ihren Ausprägungen und die Auswertung mit Segmentmatrix und Kreuztabelle stehen in Kuckartz & Rädiker, *Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Umsetzung mit Software und künstlicher Intelligenz* (6\. Auflage, 2024), Kapitel 6.

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## Wie viele Ausprägungen braucht eine Bewertungskategorie?

Jetzt zur Skala selbst. Die Ausprägungen sind die Stufen deiner Bewertungskategorie, und sie sind ordinal, also in eine Rangordnung gebracht: „hoch" steht über „mittel", „mittel" über „niedrig". Es ist eine Reihenfolge ohne festen Abstand: zwischen „hoch" und „mittel" liegt kein zählbarer Wert wie bei einer Temperatur.

Als Minimum ginge eine reine Ja-Nein-Unterscheidung, also Merkmal vorhanden oder nicht. Damit verschenkst du aber zu viel: feine Unterschiede zwischen den Fällen verschwinden, und spätere Zusammenhangsanalysen bringen kaum noch etwas. Kuckartz und Rädiker raten deshalb zu **mindestens drei** Stufen (S. 161). Übertreibst du in die andere Richtung und baust sehr viele, eng geschnittene Stufen, passt am Ende kein Fall mehr sauber in eine einzige (S. 163–164).

Und eine der drei Stufen sehen Kuckartz und Rädiker für die evaluative Form als Standard: **„nicht zu klassifizieren"**. Sie begründen das damit, dass qualitatives Material nicht zu jedem Aspekt für jede Person genug hergibt oder sich Aussagen widersprechen (S. 161–162). Diese Stufe ist kein Ausweichen. Sie hält ehrlich fest, wo dein Text schlicht keine Einschätzung erlaubt.

### Beispiel

Konstruiertes Beispiel: eine eigene Bewertungskategorie „Prüfungsangst" mit vier Ausprägungen. Die Erkennungsmerkmale sind zur Veranschaulichung gewählt, nicht aus einer Quelle übernommen.

| Ausprägung             | Woran im Text erkennbar                                                                                                                  |
| ---------------------- | ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- |
| **hoch**               | körperliche und gedankliche Symptome werden geschildert (Herzrasen, Sorge vor dem Blackout); Prüfungen werden aufgeschoben oder gemieden |
| **mittel**             | deutliche Anspannung vor Prüfungen, die aber handhabbar bleibt; einzelne Situationen, nicht durchgängig                                  |
| **niedrig**            | Prüfungen werden als machbar oder normal beschrieben; kaum Anspannung erkennbar                                                          |
| **nicht erschließbar** | der Text sagt zum Thema Prüfungsangst zu wenig oder Widersprüchliches                                                                    |

So eine Skala wird nicht am Schreibtisch fertig. Du erprobst deine Ausprägungen an einem Teil des Materials, merkst, wo sie zu grob oder zu fein greifen, und schärfst nach; Kuckartz nennt die Phasen vier und fünf ausdrücklich Verfeinerungsschleifen (S. 162). Dass so eine Kategorie dabei wächst und wieder schrumpft, ist normal — in seinem eigenen Beispiel entwickelte Kuckartz eine Skala von drei über fünf auf am Ende vier Stufen (S. 163–166). Wichtig ist nur, dass am Ende jede Stufe an konkreten Textmerkmalen hängt, damit deine Zuordnung nachvollziehbar bleibt.

Ein Wort zur letzten Zeile: „nicht erschließbar" ist nichts anderes als die konkrete Form der allgemeinen Auffangstufe „nicht zu klassifizieren" aus dem Abschnitt davor. In deiner Arbeit taufst du sie so, wie es zu deinem Thema passt („unklar", „keine Angabe"); gemeint ist immer dieselbe Auffangstufe.

Wie fein soll die Skala sein? · Kuckartz/Rädiker 2024, S. 163–164

Zu wenige Stufen

Nur zwei Ausprägungen (vorhanden / nicht vorhanden) ebnen feine Unterschiede zwischen den Fällen ein

Die Ergebnisse werden wenig aussagekräftig

Zusammenhangsanalysen zwischen Kategorien bringen kaum etwas

Zu viele Stufen

Sehr viele, eng gefasste Ausprägungen überfordern die Zuordnung

Am Ende erfüllt kein Fall die strengen Kriterien einer einzelnen Stufe

Als Richtwert: mindestens drei Stufen, darunter die Auffangstufe „nicht zu klassifizieren"

## Ganzen Fall oder einzelne Segmente bewerten?

Steht deine Skala, kommt die nächste Entscheidung: Auf welcher Ebene vergibst du die Einschätzung? Kuckartz kennt zwei Wege (S. 162, 166).

Der erste: Du bewertest den **ganzen Fall** auf einmal. Du liest ein Interview komplett und vergibst eine einzige Ausprägung fürs Ganze — ein Fall, eine Note. Bei überschaubarer Zahl von Textstellen je Fall empfehlen Kuckartz und Rädiker genau das (S. 162, 166).

Der zweite: Du bewertest **jede einzelne Textstelle**. Das lohnt, wenn ein Fall viele einschlägige Stellen enthält und du die Ambivalenzen sehen willst — die Person, die an einer Stelle hoch und an einer anderen niedrig einzustufen ist.

Ein Grund spricht dafür, den Fall als Ganzes im Blick zu behalten: Die richtige Einordnung braucht den Kontext des gesamten Falls. Kuckartz nennt die evaluative Analyse deshalb *ganzheitlich orientiert* und leitet daraus ab, dass die Codierenden fachlich verstehen müssen, was sie bewerten (S. 174–175). Reißt du eine Stelle heraus und bewertest sie isoliert, verlierst du diesen Kontext.

Auf welcher Ebene wird bewertet?

##### Gesamtfall

- Eine Ausprägung pro Fall, für das Interview als Ganzes.
- Empfohlen bei überschaubarer Zahl relevanter Textstellen je Fall (S. 162, 166).
- Der Kontext des ganzen Falls stützt die Einordnung (ganzheitlich orientiert, S. 174–175).
- Ergibt eine kompakte Fallübersicht.

##### Einzelsegment

- Jede relevante Textstelle bekommt eine eigene Ausprägung.
- Sinnvoll bei vielen einschlägigen Stellen je Fall.
- Macht Ambivalenzen innerhalb eines Falls sichtbar.
- Erfordert, den Kontext beim Codieren mitzuführen (S. 175).

## Segmentmatrix oder Kreuztabelle?

Jetzt ist dein Material bewertet, und du fragst dich, was du damit zeigst. Kuckartz rät, vom Einfachen zum Komplexen zu gehen (S. 168–170): erst die schlichte Verteilung (wie viele Fälle stehen auf „hoch", wie viele auf „niedrig") und ihre Beschreibung, dann die Zusammenhänge zwischen den Kategorien. Für die Zusammenhänge kreuzen sich zwei Werkzeuge, die leicht verwechselt werden.

Die **Segmentmatrix** kreuzt deine Bewertungskategorie mit einer thematischen Kategorie und legt in die Zellen die **Textstellen** selbst. Du liest also nach, was Personen mit hoher gegenüber niedriger Ausprägung zu einem bestimmten Thema tatsächlich gesagt haben (S. 171). Das ist qualitativ: Du inspizierst Text.

Die **Kreuztabelle** kreuzt zwei Kategorien ebenfalls, füllt die Zellen aber mit **Häufigkeiten** — wie viele Fälle fallen in jede Kombination (S. 171–172). Das ist quantitativ: Du zählst. Willst du zusätzlich einen Chi²-Test rechnen, gilt eine Schwelle: Er ist erst zulässig, wenn die erwartete Häufigkeit pro Zelle über fünf liegt (S. 172). Bei kleinen qualitativen Stichproben kann diese Schwelle unerreicht bleiben; dann bleibt die Kreuztabelle beschreibend.

![Zwei Mini-Raster nebeneinander im Vergleich: links die Segmentmatrix, qualitativ, mit Textabschnitten in den Zellen, die eine bewertende und eine thematische Kategorie kreuzt; rechts die Kreuztabelle, quantitativ, mit Häufigkeiten und Randsummen, die zwei Kategorien kreuzt; Hinweis, dass ein Chi-Quadrat-Test erst bei erwarteter Zellhäufigkeit über fünf zulässig ist](https://storage.ghost.io/c/c4/f7/c4f73063-9d2a-42a1-b1f4-474add632430/content/images/2026/08/evaluative-qualitative-inhaltsanalyse-kuckartz-matrix-vs-kreuztabelle.png)

Dieselbe Kreuzung, andere Zellen: die Segmentmatrix zeigt Textstellen, die Kreuztabelle zeigt Häufigkeiten (Aufbau nach Kuckartz/Rädiker 2024, S. 171–172; Beispiel konstruiert).

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## Warum zwei Codierende so wichtig sind

Weil in dieser Variante deine Einschätzung im Zentrum steht, ist sie auch am angreifbarsten. Was für dich „hoch" ist, könnte für jemand anderen „mittel" sein. Kuckartz zieht daraus eine klare Empfehlung: Für die evaluative Analyse ist es unbedingt empfehlenswert, mit zwei voneinander unabhängigen Codierenden zu arbeiten (S. 175). Arbeitest du allein, zieh für die Bewertung temporär eine zweite Person zur Kontrolle hinzu.

Zwei Handgriffe gehören dazu. Zweifelsfälle hältst du in **Memos** fest — kurze Notizen, warum ein Fall so und nicht anders eingestuft wurde; diese Begründungen schärfen deine Ausprägungs-Definitionen (S. 167). Und die Entstehung der Kategorien, der Umgang mit den Zweifelsfällen und die Gründe für die finalen Zuordnungen kommen transparent in deinen Ergebnisbericht oder den Anhang (S. 174). Damit steht am Ende eine dokumentierte, nachvollziehbare Bewertung.

Wie du diese Übereinstimmung im Methodenteil sauber begründest und wie die Gütekriterien nach Kuckartz gebaut sind, ist ein Thema für sich. Der Beitrag dazu steht unten.

[Gütekriterien qualitative Inhaltsanalyse (Kuckartz)Kuckartz baut die Gütekriterien anders als Mayring: zwei Ebenen statt Liste, eine Checkliste zum Abarbeiten — und konsensuelles Codieren statt Kappa. So begründest du die Güte deiner qualitativen Inhaltsanalyse im Methodenteil.![](https://storage.ghost.io/c/c4/f7/c4f73063-9d2a-42a1-b1f4-474add632430/content/images/icon/icon-bulb-Kopie-db290e19-bd0d-43ac-a9ba-4f5a65551838.png)RockyourStudiumPatricia Findel![](https://storage.ghost.io/c/c4/f7/c4f73063-9d2a-42a1-b1f4-474add632430/content/images/thumbnail/guetekriterien-qualitative-inhaltsanalyse-kuckartz-frei-5744726f-317a-4a48-958b-403a176fc281.png)](https://www.rockyourstudium.de/guetekriterien-qualitative-inhaltsanalyse-kuckartz/)

Die zwei Ebenen der Studiengüte, die Checkliste zum Abhaken und konsensuelles Codieren. Seitengenau, mit Muster für deinen Methodenteil.

[Kolloquium-Fragen: 12 Beispiele + was 5 Profs fragenDie Arbeit ist abgegeben, der Termin steht — und im Kopf läuft nur eine Frage: Was werden die mich fragen? Zwölf Beispiele mit Antwort-Strategie.![](https://storage.ghost.io/c/c4/f7/c4f73063-9d2a-42a1-b1f4-474add632430/content/images/icon/icon-bulb-Kopie-57a2f463-8cd7-4528-aa0e-7f497db31d67.png)RockyourStudiumPatricia Findel![](https://storage.ghost.io/c/c4/f7/c4f73063-9d2a-42a1-b1f4-474add632430/content/images/thumbnail/kolloquium-fragen-frei-02d21adf-74f9-447a-8dee-7cb1d1f9a531.png)](https://www.rockyourstudium.de/kolloquium-fragen/)

Deine Methode musst du im Kolloquium begründen können — hier stehen die Fragen zu deiner Forschungsmethode, mit Antwort-Strategie.

Die evaluative Variante in einem Satz: Du baust eine Bewertungskategorie mit mindestens drei ordinalen Stufen, darunter eine Auffangstufe, entscheidest, ob du den ganzen Fall oder einzelne Segmente einschätzt, wertest mit Segmentmatrix oder Kreuztabelle aus und sicherst das Ganze über zwei Codierende ab, die Kuckartz für die evaluative Analyse ausdrücklich empfiehlt. Steht deine Skala und ist deine Bewertung dokumentiert, hält deine Einschätzung auch im Kolloquium stand.

Beste Grüße  
Patricia

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## Häufige Fragen

## Was heißt ordinal skaliert bei der Bewertung?

Ordinal skaliert bedeutet, dass die Ausprägungen einer Bewertungskategorie eine Rangordnung bilden (etwa hoch, mittel, niedrig), aber keine gleichen Abstände zwischen den Stufen definiert sind. Die Reihenfolge ist gesichert, ein zählbarer Abstand nicht (Kuckartz/Rädiker 2024, S. 157).

## Woraus entsteht die Bewertungsskala?

Die Skala entsteht am Material: An ausgewählten Fällen werden erste Ausprägungen erprobt, verfeinert und wieder verdichtet, bis jede Stufe an klaren Textmerkmalen hängt. Kuckartz und Rädiker nennen die Phasen vier und fünf dafür Verfeinerungsschleifen (S. 162).

## Kann man die evaluative qualitative Inhaltsanalyse allein durchführen?

Kuckartz und Rädiker halten zwei voneinander unabhängige Codierende für unbedingt empfehlenswert, weil die Einschätzung im Zentrum steht. Bei Alleinarbeit wird für die Bewertung temporär eine zweite Person zur Kontrolle hinzugezogen und Zweifelsfälle werden dokumentiert (S. 175).

## Wie unterscheidet sich die evaluative Bewertung von einer Schulnote?

Eine Schulnote misst Leistung nach einem gesetzten Maßstab. Die evaluative Ausprägung ordnet einen Fall regelgeleitet in eine vorab definierte, ordinale Skala ein, jede Stufe an Textmerkmalen festgemacht. Es geht um nachvollziehbare Einordnung, nicht um Benotung (S. 157, 165–166).

## Ist die evaluative qualitative Inhaltsanalyse qualitativ oder quantitativ?

Die evaluative Variante ist ein qualitatives Verfahren: Die Einschätzung erfolgt interpretativ am Text. Ihre Ergebnisse lassen sich anschließend quantifizieren, etwa als Häufigkeiten in einer Kreuztabelle; die Segmentmatrix bleibt dagegen bei den Textstellen selbst (S. 171–172).

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## Mehr dazu

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## Belege & Zitationen

Die fachlichen Aussagen dieser Seite stützen sich auf:

- Kuckartz, Udo / Rädiker, Stefan (2024): *Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Umsetzung mit Software und künstlicher Intelligenz*, 6\. Auflage, Weinheim: Beltz Juventa — Definition der evaluativen Variante (S. 157) und ihr Anschluss an die Typenbildung (S. 104), sieben Phasen und Wiederholung der Phasen 2–5 je Bewertungskategorie (S. 159, 167), Ausprägungen und die Stufe „nicht zu klassifizieren" (S. 161–162), zu wenige oder zu viele Ausprägungen (S. 163–164), die Entwicklung und Verfeinerung der Ausprägungen am Material (S. 162–166), Bewertung von Gesamtfall oder Einzelsegment und ganzheitliche Orientierung (S. 162, 166, 174–175), Auswertung mit Segmentmatrix und Kreuztabelle sowie die Chi²-Schwelle (S. 168–172), Memos und Ergebnisbericht (S. 167, 174), zwei unabhängige Codierende (S. 175).

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